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JUGEND

KURATIERT

Simone Fezer
installation
»Shelters«
2021, Holz, Glas, Textil, Multimedia

Die aus Altholz und selbstgebauten Fenstern errichteten Bauten sind Schutz- und Rückzugsräume, erinnern an von Kindern gebaute Spielhütten ebenso wie an von Menschen in Not errichtete Zufluchtsstätten.

Sie sind aus kleinen Rahmen zusammengefügt, durch die wir in die Welt blicken.

Obwohl marode und scheinbar wahllos und notdürftig zusammengezimmert, bieten sie eine gewisse Gemütlichkeit. Raum für Träume, die nicht durch ein allzu festgefügtes Äußeres behindert werden.

Offensichtlich aber auch die Reminiszenz an die baufälligen Notunterkünfte, die sich Menschen auf der Flucht bauen, deren Träume sich nach festeren Gefügen, wärmeren Welten und Willkommen sehnen.

Zwischen und in den den zeltähnlichen Hütten schlängeln sich nackte Fleischlichkeiten, wachsen und strecken sich in der Sehnsucht nach Transparenz und kommen doch wieder ins fleischliche zurück. Manche sind wie Rettungsringe, sind die SHELTERS Boote,
sind wir einander Retter:innen, brechen wir auf in eine bessere Zukunft und erträumen wir uns diese gemeinsam?

Die Natur ist zu konsumierendes, flackerndes Abbild. Naturrauschen.

Dazu da, uns Räume und Ressourcen zu bieten und zu verschönern. Zu beschützen, zu erhalten, zu romantisieren. Wir lieben die Natur. Und wenn es uns zu kalt wird, gehen wir rein.
Wie wohl die Leute, die in den Wäldern an den Grenzen erfrieren darüber denken.

Die Präsentation der SHELTERS inmitten eines Einkaufszentrums holt uns diese oft abgedrängten Realitäten mitten in unseren oft sehr bequemen Alltag.

Simone Fezer